Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in München

Eisdiele eröffnen: Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von True&12, München

0 Veröffentlicht von - 23. Juni 2016 - Gründergeschichten, München

Stay true – Von Leidenschaft, Mut und machen

Davina und ich haben uns über einen facebook-Post kennengelernt. Um was es ging? Weiss ich nicht mehr. Es folgte eine schnelle und leidenschaftliche Messenger-Kommunikation. Welche Food-Blogs findest du gut? Was liest du für Food-Magazines? So eine Freude und jede Menge Impulse.

Jetzt gibt es endlich das Interview. Die Australierin Davina und Südamerikaner Rony lernten sich in Zürich kennen. Sie sprachen über ihre Träume: „Ich wollte immer eine Eisdiele eröffnen“ sagte Rony. Davina auch. Ihr gemeinsamer Traum liess sie nicht mehr los. Weltweit studierten sie Eismachen bei den Koryphäen des Fachs. Dann wurden Jobs und Wohnung in Zürich gekündigt und die beiden Weltbürger landeten in München. Im Mai 2014 eröffneten sie True&12.

Aber sich als Ausländer in Deutschland selbständig zu machen war nicht immer nur „Eis schlecken“. Was die Beiden für heftige Turbulenzen erlebten, wie sie die Kurve kriegten und jetzt mit ihrem ehrlichen Eis abheben erzählt Davina mir in diesem Interview.

Was ist das True&12 – handmade icecream?

True steht für Transparenz, für die Wahrheit, und Twelve steht für 12 Sorten. Jeden Tag bieten wir 12 „true“ Sorten an. Und wir machen tatsächlich alles selbst, was leider heutzutage nicht mehr so üblich ist. Deutschland ist ja so ein „Land der Eisdielen“, aber das Meiste wird wirklich aus Fertigprodukten hergestellt – das sind Pulver in Tüten. Es gibt ganz viele Firmen, meist aus Italien, und die produzieren diese Fertigmischungen. Da ist dann alles drin, was du so brauchst, und hinten drauf steht sogar das Rezept. Da reißt man die Tüte auf, schüttet H-Milch rein, packt alles in die Eismaschine – und fertig. So bekommst du dann deine spezielle Eissorte. Und deshalb schmeckt alles gleich, und du findest überall die gleichen Standard-Eissorten.

True steht für Transparenz, für die Wahrheit, und Twelve steht für 12 Sorten.

Leider gibt es ganz wenige Leute, die das Eismachen wirklich studieren und dann ihr eigenes Eis und eigenen Sorten machen. Das ist für mich vergleichbar mit dem Fertigkuchen, den du im Karton im Supermarkt kaufen kannst. Da ist auch alles drin. Der schmeckt nicht unbedingt schlecht, ist schön weich und schokoladig – aber das ist auch nicht unbedingt „artisanal“, Handwerk.

Deswegen sind wir „True&12“. Wir machen alles selbst. Über die Jahre haben wir weltweit viele Eiskurse mitgemacht, gelernt und machen jetzt Eis mit unseren eigenen Rezepten. Unsere Bestseller sind Vanille und Karamell aber auch das Pistazieneis. Dafür machen wir sogar die Pistazienpaste selbst.

Euer USP – Was ist bei True&12 anders als bei anderen Eisdielen?

Unser Motto ist: „Stay true!“ und unser USP. Eine Erinnerung, unserem Konzept treu zu bleiben. Wir machen keine Shortcuts. Theoretisch könnten wir unser beliebtes Pistazieneis bereits fertiges Pistazienmark kaufen und uns jede Menge Aufwand sparen. Aber wir kaufen lieber die ganzen Nüsse aus Italien und machen unsere eigene Pistazienpaste für unser Eis.

Unser Motto ist: „Stay true!“

Leidenschaft – Woher kommt eure Leidenschaft für’s Eis?

Bei mir kommt die Leidenschaft aus der Kindheit. Mein Vater liebt Eis, und mein Opa auch. Zu Hause habe ich ein ganz süßes Bild mit meinem Vater, meinem Opa und mir: da sind wir alle am Eisschlecken. Das war noch in Australien, wo ich aufgewachsen bin.

Für mich ist Eis immer eine Verbindung zur Kindheit.

Ronys Familie kommt aus Argentinien und bei ihm war das ähnlich. Da hat die Oma früher auf der Farm das Eis mit einer alten Eismaschine selbst gemacht.

Davina Goldammer-Utz
seit 05/2014 – heute: Geschäftsführerin von True&12; schwerpunktmäßig kümmert sie sich um Personal und Marketing

Ausbildung:
Bachelor of Arts in Sociology and Ethics an der Villanova University, Villanova, USA
Masters of International Relations and International Law an der University of Kent, UK

Rony Utz
seit 05/2014 – heute: Geschäftsführer; schwerpunktmässig verantwortlich für Innovation und Produktion

Ausbildung:
Studium an der University of Connecticut, USA

Vorherige Jobs:
Hat lange für „Rohm & Haas“ und „Dow Chemical“ als Finanz Manager in Singapore, Paris, Lausanne und Zürich gearbeitet.

Kurz & knapp die Philosophie hinter „Konterbrause“
Die Idee ist einfach: Wir wollen die Natur ehren, nicht die Chemie. Wir betonen die Qualität, nicht die Abkürzungen. Wir glauben an Transparenz, nicht Kommerz.

Wir haben der Entwicklung unserer ganz eigenen Eiscreme-Rezepte sehr viel Zeit gewidmet und nur natürliche und exzellente Zutaten dabei verwendet. Das ist es was es uns ermöglicht unseren Kunden 12 einzigartige, hausgemachte und jeden Tag frisch zubereitete Geschmacksrichtungen anzubieten.

Keine Kompromisse und sicher keine Abkürzungen.

Wir wollen, dass alle Menschen erleben wie einzigartig kunstvolle Eiscreme hergestellt wird.

Cremeria Viale Eiscafe GmbH
Rosenheimer Strasse 14
c/o True & 12
81669 München

Telefon:0172/ 6761205
E-Mail:info@trueand12.com

Vor zehn Jahren hat mein Vater mal zu mir gesagt:

Komm, wir machen eine Eisdiele auf, so als Familiengeschäft.

Damals war ich noch im Studium. Meinen Bachelor in Soziologie hatte ich da schon, wollte aber noch auf internationaler Ebene weiterstudieren. Damals antwortete ich: „Nee, ich will jetzt erst mal weiter studieren. Dann habe ich meinen Abschluss, und dann sehen wir weiter.“

Dann habe ich in Zürich Rony kennengelernt, und eine der ersten Dinge, die er gesagt hat, war:

Ich wollte immer eine Eisdiele eröffnen.

Da habe ich so gelacht! Wir Beide mit der Leidenschaft für das Produkt Eis. Wir haben die Marktlücke gesehen für „echtes“ Eis, das eben nicht einfach aus der Tüte kommt.

Meilensteine – Was waren die wichtigsten Schritte bis ihr bei True&12 zum 1. Mal Eis verkauft habt?

Für viele Quereinsteiger ist der erste Schritt: Job kündigen. Das war bei uns nicht anders – allerdings war es wohl für uns noch etwas komplizierter. Wir waren damals ja noch in Zürich und wussten noch nicht so ganz genau, wo es denn geografisch hingehen sollte mit unserem Eis-Konzept. In Zürich selbst wollte ich nicht bleiben. Rony war aber offen für alles, und da haben wir uns zumindest schon mal auf Europa geeinigt.

Viele haben uns geraten, unsere Jobs noch nicht aufzugeben, sondern erst mal den Laden zu finden, umzubauen usw., und das Eis-Business nebenher laufen zu lassen. Das war für uns allerdings keine Option.

Januar 2013
Also haben wir unsere Stellen gekündigt und uns dann zuerst auf Deutschland und dann auf München als Standort geeinigt. Unsere Möbel und praktisch unser gesamtes Leben haben wir in Kartons gepackt und eingelagert – das war für uns eigentlich normal, denn wir waren ja beide schon seit 2006 „Expats“ gewesen und haben aus dem Koffer gelebt.

Februar 2013
In Schwabing haben wir eine kleine und dunkle, teil-möblierte Wohnung gefunden und dann erst mal gesagt: „Okay, wir schauen mal.“ Rony hat einen Deutschkurs gemacht und gemeinsam haben wir uns täglich um die Immobiliensuche gekümmert, was hier in München gar nicht so einfach war. Die meisten Immobilienmakler haben uns gar nicht ernst genommen und wollten uns nicht helfen. Da konnten wir schon merken, dass die ihre eigene vorgefasste Meinung zum Thema „Eisdiele“ hatten und es da mit „thinking outside of the box“ nicht so weit her war. Die haben uns halt mit den industriellen Eisdielen gedanklich zusammen in einen Topf geworfen. Dazu kam, dass wir hier keine Freunde hatten und niemanden kannten! Wir mussten also praktisch überall von vorne anfangen.

Sechs Monate lang haben wir gesucht und nichts Passendes gefunden. Das Thema Immobilienmakler war sehr anstrengend. die Ablösen waren unrealistisch. Irgendwann haben wir uns gesagt: „Ok … wir geben unserer Sache noch vier Wochen. Wir hatten eine Reise nach Portugal geplant und uns entschlossen, wenn wir bis zu dieser Reise nicht das richtige Lokal gefunden haben, dann gehen wir halt woanders hin – vielleicht zurück nach Paris … nach Spanien, wo wir die Sprache sprechen … nach Düsseldorf, wo ich Familie habe … oder sogar einfach in die USA, wo alles möglich ist und wir beide viele Freunde und Familie haben!

Oktober 2013
Und dann in letzter Minute, einen Tag vor der Portugalreise – Zack! – haben wir genau den richtigen Laden gefunden, und zwar direkt von der Eigentümerin. Den Vertrag haben wir vom Hotel in Portugal aus unterschrieben. Das ging alles wie im Wirbelsturm, aber innerlich waren wir ganz ruhig. In Portugal haben wir dann richtig gefeiert, weil wir erstens wussten, was für ein Riesenglück wir da hatten, und es zweitens klar war, dass wir ab jetzt nicht mehr viel Freizeit haben würden.

November 2013
Der nächste Meilenstein war der Umbau: Die alten Wände mussten wir teilweise abreißen und neu aufbauen. Außerdem mussten wir eine Nutzungsänderung anfordern und auf die Zustimmung warten. Auch beim Umbau gab es die üblichen Verzögerungen. Der ganze Umbau hat acht Monate gedauert.

Mai 2014
Dann kam die Nutzungsänderung, und zwei Wochen später haben wir eröffnet. Wir haben einfach aufgemacht – kein „Grand Opening“ oder sonst ein Event. Mit 12 Sorten Eis haben wir um 12 Uhr die Türe aufgemacht und los ging’s.

August 2015
TripAdvisor hat eine Liste der Top-10-Eisdielen in ganz Deutschland veröffentlicht und wir waren mit Platz 7 als Beste Eisdiele gekürt. Es gab drei Eisdielen aus München und wir waren erster! Ich wusste nichts von diese TripAdvisor Liste. Wir waren gerade im Auto, auf dem Weg nach München und haben es im Radio gehört. Wir waren fast schockiert. 10 Minuten später hat BILD angerufen und wollten einen Foto. Ich persönlich halte nicht viel von solchen Listen, aber in dem Fall war es dann doch schön! Die größte Ehre war – und bleibt immer – das positive Feedback von allen Kunden – die sind einfach begeistert… und dann wissen wir auch wofür wir 15 Stunden am Tag arbeiten!

Finanzierung – Wie habt Ihr euer Startkapital zusammenbekommen?

Wir haben alles selber finanziert. Rony hatte ja schon lange von einer eigenen Eisdiele geträumt und auch schon dafür gespart.

Wir Beide waren ja ganz neu hier in Deutschland und hatten keine Kredithistorie. Da gibt dir keine Bank einen Kredit. Im Gegenteil, bei der Eröffnung unserer Privatkonten hat uns der Kundenbetreuer der Bank gefragt, was wir den beruflich machen würden – ja, und warum denn eine Eisdiele ausgerechnet in München, da gäbe es doch schon so viele, und sogar erfolgreiche. Und da wir alles selber finanzieren würden, „wäre das Risiko zu hoch“, und er als „Kundenbetreuer wisse das ja alles“. Also auch die Bank hat uns nicht ernstgenommen. Etwas Ähnliches haben wir von unserem ersten Steuerberater gehört.

Keiner wollte anscheinend verstehen, dass wir eben nicht das übliche 08-15-Eis machen wollten…

Von dem ersten Steuerberater haben wir uns wieder getrennt. Jetzt haben wir einen anderen, und der ist super!

Support – Wer waren die größten Unterstützer im Gründungsprozess?

Zuerst haben wir Beide uns gegenseitig unterstützt. Dazu kam dann noch die Unterstützung der Familie und von ein paar wenigen Freunden.

Gottseidank sind Rony und ich ein gutes Team. Das ist ja nicht immer nur einfach, als verheiratetes Paar auch noch ein gemeinsames Business zu führen. Ständig musst du dich auf alles einigen, Kompromisse eingehen, und dazu noch null Freizeit: Wir arbeiten sieben Tage die Woche, 15 Stunden pro Tag. Unter solchen Umständen ist es ganz besonders wichtig, dass man sich gegenseitig Stärke und Halt gibt, sich unterstützt und gegenseitig ausbalanciert.

Die Reaktionen vieler „Freunde“ war dagegen erstmal enttäuschend … die meisten haben uns glatt gefragt, ob wir verrückt sind: „Ihr verlasst diese Oase (Schweiz) für Deutschland? … Was ist mit dem tollen schweizerischen Gehalt? … Selbstständig zu sein, ist doch viel zu riskant … Was macht ihr denn, wenn es nicht klappt?“ Es war am Anfang sehr demotivierend. Mit diesem Feedback hatten wir nicht gerechnet. Es gab wirklich nur ein paar Freunde, die unsere Idee toll fanden. Die strahlten dann so viel positive Energie aus, die wir damals wirklich gebrauchen konnten. Die sind sogar von auswärts extra nach Deutschland gekommen und haben uns im Laden besucht – das hat uns sehr viel bedeutet! An einem Wochenende sind ein paar Freunde aus Holland zu Besuch gekommen. Wir hatten 30 Grad und Sonne, der Laden war ein Chaos, und wir hatten keine Aushilfe. Da haben die uns hinten im Büro geholfen, Servietten zu falten! Wir fanden das großartig … das sind echte Freunde, und die haben sich auch wirklich für uns gefreut. Das ist toll!

Es hat mal jemand gesagt:

The road to and through entrepreneurship can be lonely.

am Ende weiss man aber wirklich, wer die echten Freunde sind.

Turbulenzen – Was war die größte Turbulenz im Gründungsprozess?

Die Immobiliensuche in München – Unser Konzept braucht eine sehr gute Lauflage. Wir haben da sehr lange gesucht. Diese echt krassen Ablösesummen, die da für nichts gefordert werden. Unhilfreiche Immobilienmakler und wie unfair das Ganze abläuft.

Die ewige Rechtfertigung – Das keiner an uns wirklich glauben wollte. Nicht gut für die Motivation. Der erste Steuerberater, der fragte uns: „Warum Eis? Davon gibt es doch genug davon in München.“ Oder der Kühlschrankverkäufer, der auch meinte seinen Senf abgeben zu müssen: Wofür brauchen Sie denn Kühlschränke? Eine Eisdiele hat doch TIEFkühlschränke.“ Als ich ihm erklärte, dass wir nur mit frischen Zutaten arbeiten werden, vor allem frische Milch und Sahne statt H-Milch und Pflanzenfett, da war er total schockiert: „Das macht aber keiner heute“ – Ja genau!!!
Finde Leute, die dich und deine Idee klasse finden und dich unterstützen. Das ist wirklich wichtig in der Welt voll Gegenwind. Das fängt beim Immobilienmakler und Steuerberater an und geht dann weiter in deinen Freundeskreis, zu deinen Nachbarn … whatever …

Der Innenarchitekt – Unserer hat falsch gemessen und berechnet. Die Theke kam dann 20 cm zu hoch zu uns. Da läuft eine Glasscheibe quer durchs Fenster. Es gab viele „Kleinigkeiten“ und leider hat er seine Fehler auch nicht eingesehen, sondern darauf bestanden, dass er alles so gemacht hat, wie wir das angeblich gewollt hatten. Natürlich wollten wir keine zu-hohe Verkaufstheke haben. Er hat leider den Podest nicht mit eingerechnet. Dann müssten wir tüfteln bis es passte.
Damals hatten wir dermaßen viel Stress – da muss ich zugeben, ich wollte da einfach keinen Kampf, sondern wollte einfach Ruhe und Frieden haben. Jetzt im Nachhinein hätte ich eigentlich drauf bestehen müssen, dass er für seine Fehler gerade steht. Es hat uns sehr viel Geld gekostet, nicht nur die erste Version aber auch die „Reparatur“ von viele Sachen die falsch gemessen geworden sind. Dazu kommt auch noch, dass das unser Eröffnungsdatum weiter nach hinten geschoben hatte. Das war also schon eine harte, teure Lektion – die aber jedem hätte passieren können.

Schwierigkeiten – Irgendwas oder wer funktioniert nicht so, wie Ihr euch das vorstellt: Wen oder was fragt Ihr für eine Lösung?

Für uns Ausländer ist es das Schwierigste, sich mit den ganzen Regelungen auseinanderzusetzen. Es gibt so viele verschiedene Sachen, und viele davon waren uns am Anfang gar nicht bewusst, wie der Punkt GEMA zum Beispiel. Die haben sich anfangs gar nicht bei uns gemeldet, und erst nach einem Jahr kam dann die Rechnung, dass wir zahlen müssen.

Und dann unsere Mitarbeiter: Verträge und die Krankenkasse – das kostet alles ein Vermögen! Du musst dich mit all dem auseinandersetzen, und das braucht viel Zeit. Man kann vieles im Internet recherchieren. Aber da findest du dann Links über Links, und dann auch noch Bücher zu den Themen! Irgendwann sagst du dir dann: „Ich habe jetzt keine Zeit, ein ganzes Buch zu lesen. Ich brauche jetzt einfach schnell einen Rat!“ Das ist schwierig, gerade wenn du aus dem Ausland kommt, wie zum Beispiel den USA. Da drüben kommt keiner und sagt: „Du musst jetzt Luftsteuer bezahlen“, nur weil man einen Tisch draußen stehen hat.
Oder die Bauämter, die haben mir alle unterschiedliche Auskünfte gegeben! Da fragst du dich: „Wie kann das denn sein, dass es da keine klaren Regeln in Schwarz-Weiß zum Nachlesen gibt?“

Schwierigkeiten – Wo wollt ihr noch besser werden?

Wir haben ganz viele Verbesserungspunkte. Ein Thema ist: Wir möchten größer werden. Das heißt, wir möchten zum Beispiel einen Zweit- oder Drittladen eröffnen, in München oder irgendwo in der Nähe.

Personal – Aber es ist ganz schwierig, dafür die passenden Leute zu finden, richtig gute Leute. Nicht einfach nur solche, die einfach einen Sommerjob suchen, um Geld zu verdienen, sondern die, die eben auch hinter dem Konzept stehen, dafür Begeisterung haben und sich einbringen wollen.

Ich würde gerne unseren Workplace so gestalten, dass der für zukünftige Mitarbeiter so interessant und attraktiv ist, dass sie wirklich auf uns zukommen, weil sie das cool finden. Wir haben dieses Jahr ein wirklich tolles Team, aber das ist nicht einfach gewesen, das so zusammenzustellen. Pro eingestellte Person habe ich vorher an die 20 Bewerbungsgespräche führen müssen, um die Richtigen zu finden. Aber die sollen dann möglichst auch bei uns bleiben wollen und unseren Betrieb mitaufbauen.

Wir sind noch immer auf der Suche nach Mitarbeitern. Fünf Leute sind mittlerweile an Bord. Aber das ist echt zu wenig. Eigentlich brauchen wir mindestens acht bis zehn, denn wir haben lange Öffnungszeiten. Für jeden Tag brauchen wir 3-4 Mitarbeiter oder sogar 5-6 an den Tagen, wo es hier besonders busy ist.

 

Neue Rezepte, neue Produkte: Wir wollen neue Rezepte und Produkte entwickeln. Innovativ und offen bleiben als Unternehmer, uns immer weiterzuentwickeln, das wollen wir.

Treibstoff – Was motiviert euch jeden Morgen aus dem Bett zu steigen?

Leidenschaft! Was ich so an diesem Geschäft liebe, ist die kreative Seite. Wir machen alles selbst: Nicht nur das Eis auch z.B. unsere Webseite, die habe ich selbst entworfen, die Bilder selbst gemacht usw. Ronys Ding ist der kreative Teil in der Küche. Da sind wir die perfekte Kombination!

Manchmal stehe ich auch selbst hinter der Theke. Wenn da das Feedback kommt:

Hey, das ist echt das beste Eis in München!

Dann denke ich: „Das ist es, das ist cool!“

Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in München Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in München
Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in München Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in München
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Zukunft/Vision: Was ist bei True&12 anders in 12 Monaten?

Wir arbeiten momentan an anderen Eissorten und neuen Produkten. Und wir möchten demnächst unsere Milch ganz lokal beziehen. Das ist für mich sehr wichtig. Essen ist für mich ein Ritual, und ich bin mir beim Essen auch sehr bewusst: „Woher kommen die Zutaten? Wie sind die geerntet oder gewonnen worden?“ Momentan beziehen wir unsere Milch aus Südtirol. Wollen aber lieber Milch hier aus der Gegend bekommen. Es ist gar nicht so einfach Milchbauern zu finden, die wirklich die sprichwörtlichen „glücklichen Kühe“ haben. Wir suchten Weidenmilch, haben lange gesucht und jetzt endlich eine sehr nette Familie in der Nähe von München gefunden.

Dabei geht es uns nicht nur um die Qualität der Milch, sondern auch darum, dass die Milchbauern einen angemessenen Preis bekommen, denn das ist deren Existenz.

Diesen Aspekt wollen wir ganz stark kommunizieren, gerade über Social Media. So werden wir unseren Anteil zur Aufklärung betreiben.

Warum seid Ihr bei „Respekt Herr Specht!“ dabei?

Ich finde es super, was du machst und wie du kommunizierst. Über die Meilensteine und Turbulenzen Einblicke zu geben ist wichtig und gibt’s kaum. Ein Food-Business zu eröffnen ist kein leichter Prozess.

In den Interviews Beispiele von Leuten zu lesen, die das selber mitgemacht haben und es geschafft haben, das motiviert. Das hat nochmal ganz anderen Mehrwert als irgendeine Beratungsstelle anzurufen für 30 EUR, um sich dann anzuhören, welche Bücher man am besten kaufen sollte. Von echten Erfahrungen zu lesen, das ist wichtig. Und dann der Kontakt und Austausch mit anderen Gastronomen, die verstehen, warum wir das alles machen und mit gleicher Leidenschaft dabei sind.

Eisdiele eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ im Gründerinterview mit Davina Goldammer-Utz von „Trueand12“ in MünchenGanz beflügelt schwebte ich vom Interview davon. Ich mag Davina’s sprachlichen Sing-Sang, die Leidenschaft und Pace, die überall zu spüren ist. Aber auch ihre Nachdenklichkeit und ihr Engagement für das ehrliche Eis: Alle benutzten Produkte sind fair-gehandelt und wenn immer möglich regional. So steigen sie gerade mit ihrer Frischmilch um: Von Südtirol nach Bayern. Auch bei den Produzenten hinter die Kulissen gucken, das ist ihr Anspruch.

Das mag ich und zahle auch gerne einen entsprechenden Preis für dieses ehrliche und geile Eis!

Kennst du das „True&12″? Welche Sorte schleckst du am liebsten?

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