Bettina Sturm vom FoodPreneur-Blog „Respekt Herr Specht!“ interviewt Andro Maus vom Lieferservice und Online-Restaurant LEKKEREI

Lieferservice eröffnen: Gründerinterview mit Andro Maus von LEKKEREI aus München

3 Veröffentlicht von - 4. Februar 2016 - Gründergeschichten, München

Mmmh, die LEKKEREI ist lecker!

Mittagessen in unserer Bürogemeinschaft. Auf dem Tisch mal wieder der gleiche Salat vom Bäcker ums Eck. Ganz nett. Aber, gibt’s da nichts besseres, knackigeres und abwechslungsreicheres da draussen?

Gibt es. Bei meinen Recherchen für die Gründerinterviews blieb ich irgendwann bei den Grünen Frischen hängen: dem Lieferservice LEKKEREI. Online bestellt! Gutgelaunt und frisch brachte Felix uns die Wundertüte mit dem Elektroroller vorbei. Unser Mittagessen kommt in biologisch abbaubaren Zuckerrohr-Verpackungen. Schnell in der Mikrowelle warm machen – das Essen kommt gekühlt – und losessen. „Das war das beste Essen vom Lieferservice, das ich je hatte!“ war einer unserer Kommentare.

Aber die LEKKEREI hat noch viel mehr zu bieten als den flotten Lieferservice. Es gibt Lunch und Business-Catering und in der Lerchenauer Strasse das LEKKEREI-Bistro. Dort habe ich Geschäftsführer Andro Maus getroffen.

Was ist die LEKKEREI?

LEKKEREI ist ein Lieferservice aus regionalen Produkten, nachhaltig geliefert. So haben wir begonnen. Mittlerweile haben wir drei Standbeine:

  1. Lieferservice: Unser Essen wird kalt geliefert. Nach dem Kochen kühlen wir das Essen schnell runter, so wird der Garprozess gestoppt und das Gemüse bleibt frisch, Fisch und Fleisch schön zart. In unseren biologisch abbaubaren Verpackungen behalten die Gerichte ihre Qualität und können mit unseren Lastenrädern bequem und umweltschonend geliefert werden. So kommt das bestellte Essen wohlbehütet mit allen Nährstoffen und bestem Geschmack bei Dir an.
  2. Bistro: Am Olympiapark haben wir ein Bistro, wo Du Kaffee und hausgemachten Kuchen geniessen kannst. Mittags gibt es Köstliches von der Tageskarte. Du kannst in unserem Münchener Regal stöbern, wo wir Produkte aus München und dem Münchener Umland anbieten. Und wenn Du Lust auf ein Picknick im Olympiapark hast, dann kannst Du Dir Liegestühle ausleihen und einen Picknick-Korb mitnehmen.
  3. Catering: Das LEKKEREI Lunch Catering oder Business Catering kommt zu euch ins Büro. Wir bringen euch die Gerichte aber nicht nur für das Mittag- oder Abendessen, sondern auch für eure Besprechungen, Feiern und andere offizielle Anlässe, gerne auch warm als Buffet – so kann sich jeder zum passenden Zeitpunkt bedienen.

Wir sind Münchens erster Lieferservice, der auf Regionalität, Transparenz und Nachhaltigkeit setzt. Für eine kreative, leichte Küche!

Euer USP – was ist bei der LEKKEREI anders als bei anderen Lieferdiensten?

Das fängt bei unserer Küche an: Sie ist die Spielwiese unserer Köche, die stets über den Tellerrand blicken und den Münchnern und Münchnerinnen aufregende Gerichte anbieten, abwechslungsreich und an der Saison orientiert. Zudem setzt die LEKKEREI ganz klar auf regionale Produkte, vertraut Landwirten und Produzenten aus München und dem Umland.

Wir haben uns zudem detailliert Gedanken über unsere Verpackungen gemacht: die sind umweltfreundlich und präsentieren das Essen „geschmackvoll“. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

Wir sind Anhänger des Cook&Chill-Verfahrens: alle Gerichte werden gekühlt geliefert, wobei Frische, Geschmack und Natürlichkeit der Zutaten erhalten bleiben. Unsere Kunden können das Essen unkompliziert nach unserer Anleitung aufwärmen, wann sie wollen. Da alles frisch und ohne Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe zubereitet wird, schmeckt das Essen wie selbstgekocht. Das hebt uns von anderen Lieferservices ab, bei denen das Essen eher lauwarm bei den Kunden ankommt.

Leidenschaft – Woher rührt Deine Leidenschaft fürs Kochen?

Meine Mama hat immer toll gekocht. Ja ja, lange habe ich das gute Essen von meiner Mama verpönt. Bei meinen Balkanfreunden gab es immer Cevapcici und andere tolle Sachen. Als ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich gemerkt wie gut Mama’s Küche war. Nach dem fünften Tag Pizza macht’s halt doch keinen Spaß mehr. Später habe ich zwei Jahre in New York gelebt. Da habe ich Mamas’ gute Küche noch mehr schätzen gelernt. Denn, die Stadt war kulinarisch ein Desaster: Entweder du hast Geld, dann geht was. Und wenn du kein Geld hast ist dir selbst McDonalds zu teuer.

Ich habe immer in der Gastronomie gearbeitet und dann war das Thema Essen irgendwann im Fokus.

Name
Andro Maus

Jetzige Position
* seit 09/ 2014 Geschäftsführer LEKKEREI GmbH

Ausbildung
* Hotelbetriebswirt: Steigerbergerakademie Bad Reichenhall
* Hotelfachmann Hilton München Park

Vorherige Positionen
* Konferenzleiter, Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH
* Trainee und Purchasing Coordinator, Hotel Hilton Munich Park

Wir wollen nicht einfach nur ein Lieferservice sein, sondern Münchens Online-Restaurant, auf das die Münchner und Münchnerinnen zugreifen, wenn sie mal wieder kein Nerv, keine Lust oder Idee zum Kochen und den Anspruch auf eine kreative, gesunde Mahlzeit haben.

Unsere Werte

Regionalität – Regionale Zutaten und an der Saison orientierte Gerichte, Traditionelle Küche trifft sich mit modernen, internationaler Kochkunst.

Transparenz – Vom Lieferanten, über die einzelnen Zutaten bis hin zu unserer Logistik (Verpackungen und Transport) machen wir alles transparent.

Qualität – Wir probieren kulinarisch alles aus, was schmeckt und Genuss bereitet – vegan, vegetarisch, mit Fisch, mit Fleisch und leckere Desserts. Das Essen wird täglich frisch auf schonende Art, fettarm, ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker und in ausgewogenen Portionen zubereitet. Das Cook&Chill-Verfahren für die Lieferung garantiert eine hohe Qualität des Essen – ist dann fast wie selbstgekocht.

Nachhaltigkeit – Durch den Fokus auf Produkte der Region gibt es kurze Lieferwege, wir produzieren energiesparend mit Ökostrom, verwenden biologisch abbaubare Verpackungen und liefern mit Lastenrädern und Elektrorollern aus. Wir unterstützen soziale Projekte, wie foodsharing, und kooperieren mit anderen StartUps wie freshhunter, weil für uns auch die gemeinsame Gestaltung und das Knüpfen neuer Strukturen wichtig ist. Als Lieferservice reagieren wir auf das gestiegene Bedürfnis, Online-Dienste als Alltagsunterstützung zu verwenden.

LEKKEREI GmbH 
Geschäftsführer: Andro Maus

Lerchenauer Straße 30
80809 München
Deutschland

Tel. 089 2098 7385
hunger@lekkerei.de
www.lekkerei.de

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Öffnungszeiten LEKKEREI Bistro
MO – FR 8:00 – 20:00 Uhr
SA 10:00 – 16:00 Uhr

Magic Moment – Kannst Du Dich noch genau an den Moment erinnern, als Du dachtet: Ja, jetzt mache ich das mit der LEKKEREI?

Die Idee ist in Ulm 2013 bei einem Weihnachtsspaziergang mit meinem Bruder Robin entstanden. Ich war mal wieder frustriert: Meine Jobs in der Gastronomie waren immer sehr fordernd mit viel Verantwortung und schmalem Verdienst. Mein Bruder ist schon sein ganzes Leben selbständig, verdient viel Geld und hat Spass dabei.

Und bei diesem Spaziergang habe ich gesagt: „Ich muss was ändern. Ich will mich auch selbstständig machen.“ Dann haben wir ein paar Ideen hin- und hergespielt. Irgendwann erzählte mein Bruder von Munchery, einem Lieferservice in den USA. Über die Gründer hatte er gerade in einem Finance-Blog gelesen. Die haben ganz klein in San Francisco angefangen. Mittlerweile gibt es sie neben San Francisco ich in New York, Los Angeles und Seattle.

Das Konzept hat uns beide begeistert. Und dann haben wir uns gesagt: „Das können wir auch.“ Wir haben noch die regionale, ökologische und nachhaltige Komponente eingebaut. Denn das ist uns wichtig und wir wollen damit ein Statement setzen. Wir  sagten uns:

Das machen wir in Deutschland. Das muss hier auch funktionieren.

Meilensteine – Was waren die wichtigsten Schritte bis die „LEKKEREI” zum 1. Mal auslieferte?

12/ 2013: Initialidee beim Weihnachtsspaziergang mit meinem Bruder Robin

08/ 2014: Kündigung bei meinem Arbeitgeber am Flughafen

09/ 2014: Unterschrift unter den Mietvertrag
Dann Umbauarbeiten von Küche und Bistro

02/ 2015: Eröffnung von Lieferservice und Bistro LEKKEREI
Eigentlich wollten wir gar kein Bistro eröffnen. In den Bistro-Räumlichkeiten sollte unser Büro einziehen. Dann haben wir uns am 26. Dezember umentschieden: „Komm’, wie machen ein Bistro daraus. Dann können die Leute vorbeikommen und wir bekommen direktes Kundenfeedback. Dann können wir Vorort erklären, was wir anders machen als andere Lieferservices“

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Finanzierung – Wie hast Du das Startkapital zusammenbekommen?

Die Finanzierung war zunächst schwierig. Wir hatten insgesamt vier Banktermine. Zuletzt hat unsere Hausbank in Ulm uns den benötigten Kredit gegeben.

Unsere Finanzierung ist: 80% Eigenkapital und 20% Bankkredit.

20% Fremdkapital sind kein großer Anteil. Im Rückblick gesehen hatte ich einfach Mordsrespekt davor einen höheren Bankkredit aufzunehmen. Jetzt wünsche ich mir, ich wäre damals mutiger gewesen und hätte einen höheren Kredit aufgenommen. Dann hätten wir schneller und effektiver durchstarten können. Denn zu den Anfangsinvestitionen und laufenden Kosten kamen jede Menge Ausgaben, die eben nicht im Plan standen. Das sind Sachen, wo du hinterher denkst: Na logisch, hätte ich ja dran denken können. Wir hatten z.B. nicht auf dem Plan, dass wir so schnell so viele Leute brauchen. Und dann kommen ungeplante Investitionen dazu, wie die kaputtgegangene Kaffeemaschine, die dann 2.000 € Reparatur kostete.

Und dann jede Menge Gebühren: Für die Außenfläche, für Schilder, dass ich die überhaupt aufhängen darf.

Dann haben wir unsere Unternehmensform von UG in eine GmbH gewandelt. Da wollte der Notar für seine Arbeit auch Geld. Und der monatliche Steuerberater … Das summiert sich und ja, da kommt schon ordentlich was zusammen.

Support – Wer waren die größten Unterstützer im Gründungsprozess? Und heute?

Meine Frau hat mich von Anfang an unterstützt. Sie hält mir auch heute noch den Rücken komplett frei, so dass ich mich hier von früh bis spät schinden kann. Im Gründungsjahr haben wir auch noch geheiratet. Und im April werden wir Eltern. Sie kommt einmal in der Woche zu uns und macht unsere Buchhaltung,

Mein Bruder: Robin hat schon vier Firmen aufgemacht. Für ihn ist das ganz normal zu gründen. Er wusste, was wann wie zu tun war. So konnten wir uns das Geld für eine Profi-Beratung sparen.

Unsere Freunde haben uns beim Umbau geholfen. Hier mal ein paar Bretter ausgesägt, Kisten geschleppt und anderes mehr. Der beste Freund meines Bruders ist Berater bei McKinsey und hat uns ein paar gute Finanztipps gegeben.

Best Practice bei befreundeten Gastronomen: Ich habe eine Fragetour mit befreundeten selbständigen Gastronomen gemacht und sie gefragt: Was sind Deine Tipps? Auf was muss ich achten? Bei dieser Fragerei bin ich erst mal über den eigenen Schatten gesprungen. Ich wollte schliesslich nicht dastehen wie ein Idiot, wo ich doch 10 Jahre in der Hotel- und Gastrobranche unterwegs war. Aber diese innere Hürde habe ich genommen und dann ganz unverblümt gefragt „Hey, pass auf, ich bin ein Idiot. Ich habe keine Ahnung. Ich gründe. Erzähl mal, wie war das denn bei Dir?“
Auf der anderen Seite musst Du auch wieder unterscheiden können, welcher Tipp ist wirklich sinnvoll? Was passt bei mir? Denn, hätte ich auf meine zehn Freunde gehört, dann gäbe es die LEKKEREI heute nicht.
Und dann ist es ein Riesenunterschied, ob Dein Gegenüber selbständig ist oder nicht. Wenn irgendwelche Tipps kommen, starte ich immer die Gegenfrage: Bist du selbstständig? Nein? Dann Danke!

Jemand, der nicht selbstständig ist, hat keine Ahnung davon, was Du für einen Druck und eine Last Du hast.

Turbulenzen – Was war die grösste Turbulenz im Gründungsprozess?

Unsere Location finden: Wir haben online gesucht, wir haben Hausverwaltungen angeschrieben, sind in der Gegend herumgefahren und haben nach freien Läden Ausschau gehalten. Haben unsere Freunde angehauen, ob jemand was weiß. Wir haben fünf Monate gesucht und uns bestimmt 15 Locations angesehen.
Unseren Laden haben wir dann über das Internet gefunden. Klar wären wir gerne auf die Leopoldstraße gegangen. Aber das ist nicht finanzierbar. Hier zahlen wir einen wirklich guten Preis.

Die erste grosse Turbulenz im laufenden Betrieb war unser erster Koch. Der war fachlich sensationell gut und hatte tolle Referenzen. Aber es hat menschlich einfach nicht gepasst. So haben wir uns ganz fix getrennt.

Schwierigkeiten – Irgendwas oder wer funktioniert nicht so, wie Ihr Euch das vorstellt: Wen oder was fragt Ihr für eine Lösung?

Wir helfen uns im Team. Dann setzen sich Manuela (zuständig für das Marketing), Robin (Bruder von Andro) zusammen und finden eine Lösung. Wir sind da ganz autark unterwegs.

Schwierigkeiten – Wo wollt Ihr noch besser werden?

Wir wollen in allen Bereichen ordentlich zulegen.

Bestellprozess optimieren: Hier müssen wir noch besser werden. Da darf einfach kein falsches Essen mehr rausgehen. Deswegen bauen wir im Januar den hinteren Bereich im Bistro um. Dann haben wir mehr Platz für den Abwicklungsprozess und wollen, daß das Vier-Augen-Prinzip auf jeden Fall greift.

Küche optimieren: Im ersten Schritt wollen wir unsere Küche optimieren, damit wir noch mehr produzieren können. Aber da haben wir bald unsere Grenze erreicht. Mehr geht hier dann einfach nicht mehr. Vielleicht arbeiten wir auch mit zwei Kochteams über den Tag verteilt. Aber auch unsere Lagerkapazität ist begrenzt. Wir haben nur ein Kühlhaus. Und wenn das voll ist mit Obst und Gemüse, dann geht halt nichts mehr. Wahrscheinlich werden wir mittelfristig nach einem neuen Produktionsstandort Ausschau halten.

Webseite überarbeiten: Manuela arbeitet täglich an unserer Webseite. Hier werden Texte ausgebessert, dort eine Seite neu gemacht, dort ein neues Kundenfeedback eingegeben.

Treibstoff – Was motiviert Dich jeden Morgen aus dem Bett zu steigen?

Freude und Spaß an der Selbstständigkeit. Im Endeffekt will ich einfach ein tolles Unternehmen aufbauen – mit lustigen Menschen, die sich alle wohlfühlen – und dabei noch Geld verdienen. Auch meiner Frau und meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Das ist meine Ambition: Einfach ein gutes Leben haben.

Aber auch das Umfeld muss passen. Wir haben zu den Mitarbeitern schon in der Startup-Phase gesagt: „Hey, wir wollen, dass ihr euch wohlfühlt. Das heißt, dass die Bezahlung auch passt. Jetzt haben wir ein junges gutesTeam.

Das ist meine Ambition: Einfach ein gutes Leben haben.

Zukunft: Was ist bei „LEKKEREI“ anders in 12 Monaten?

Wir haben eine weitere Filiale und mehr Mitarbeiter.
Bettina Sturm vom FoodPreneur-Blog „Respekt Herr Specht!“ interviewt Andro Maus vom Lieferservice und Online-Restaurant LEKKEREISoooo, seit meinem Interview mit Andro weiss ich, wo der bequeme Selbstauslöser für Selfies ist. Das ist doch mal ein spannender Nebeneffekt!

Ich mag das Lieferservice-Konzept von LEKKEREI. Die Idee, der nachhaltigen Wertschöpfungskette, die wirklich gelebt wird. Den Unterschied durch Felix, den flotten Lieferer. Den gut funktionierenden Bestellprozess mit der zeitnahen Abfrage der Zufriedenheit. Und natürlich … das sehr LEKKERE Essen!

Habt Ihr die LEKKEREI schon ausprobiert? Was sind Eure Erfahrungen? Welche anderen Lieferservices findet Ihr klasse?

 

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