Café eröffnen: Bettina Sturm von „Respekt Herr Specht“ interviewt Melanie Schüle von „Mel’s Tagesbar“

Café eröffnen: Interview mit Melanie Schüle von „Mels Tagesbar“ in München

1 Veröffentlicht von - 9. April 2015 - Gründergeschichten, München

Mein 1. Interview im „Mels“ – So war es damals


Mit Melanie Schüle, Betreiberin von Mels feine Kost und Mutmacherin Andrea Joost.

So hat der SPECHT das „Mels“ gepickt…

Mit leckerem Kaffee hatte ich es mir in der Sonne gemütlich gemacht. Vorfreude auf das Durchblättern der Zeitschrift „Delikatessen – Ausgehen in München 2015“. Was gibt’s Neues in München? Wo gehe ich demnächst lecker frühstücken?
Scannerblick an: Wo sind spannende Food-Quereinsteiger, die in zweiter Karriere den Traum vom eigenen Café oder Restaurant verwirklichthaben. Ohh – Treffer! „Mels feine Kost“- „Melanie Schüle, die ihre Karriere als Marketingexpertin an den Nagel hängte, um sich den Herzenstraum vom eigenen Laden zu erfüllen“ stand da. In dem Moment war klar: Da gehe ich hin. Ich werde Melanie Schüle fragen, ob sie meine 1. Interviewpartnerin für mein Herzensprojekt sein mag.
Ein paar Tage später ging ich mit meiner Freundin Andrea im „Mels“ lunchen. Schnell abchecken: Ist Mel da? Ja, sie wirbelt hinter der Theke rum. Puuh, da bin ich erleichtert. Dann haben wir draussen leckere Quiche gegessen. Zum Nachtisch gabs Schokotarte. Mmmh, sehr lecker! Jetzt aber mal schauen, wie es drinnen aussieht. Ohhh, schön hier. Ganz heimelig. Und was es für ein Angebot gibt. Die Theke voller schöner Kuchen und Tartes. Die Regale voller Marmeladen, Sirup, Kekse und mehr. Wann und wie soll ich die denn alle probieren? Ich kann mich gar nicht sattsehen. Nicht nur die Vielfalt des Angebots auch die Gestaltung ist was fürs Auge: Alles liebevoll professionell in den Companycolours lila und pink gestylt. Klasse!
Und dann nahm ich meinen Mut zusammen und fragte Mel: „Hast Du 2 Minuten Zeit? Ich würde Dir gerne mein Herzensprojekt vorstellen.“ Jetzt war’s raus. Und dann erzählte ich ihr vom SPECHT und seiner Mission. Mel gefiels, sagte JA zum Interview und wurde zum Teil meines Herzensprojekts. Dieses erste Interview wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben: Mein persönlicher Kick-Off zu Respekt Herr Specht – Stürmische Interviews mit Food-Quereinsteigern.

Was ist das „Mels“?

Das „Mels“ versteht sich als die nette, kleine Tagesbar ums Eck, zu der man am liebsten jeden Tag geht – weil‘s dort schmeckt, weil‘s dort einfach nett ist und weil‘s gut tut.

Dein USP – was ist im „Mels“ anders als bei anderen Tagesbars?

Wir kochen und backen mit Liebe. Und diese Energie, die spürt und schmeckt man. Und wir machen das, was wir tun, selbst. Da wissen wir, was wir anbieten und was drin ist, können für die Qualität einstehen, und wissen auch, wo alles herkommt, was wir verarbeiten. Wir kennen unsere Zutaten, unsere Lieferanten, unsere Gäste und Kunden – wir stellen uns gerne auf jeden individuell ein. Das können wir eben genau deshalb, weil wir alles selbst machen.

Wir sagen nicht nur „Mit Liebe hand- und hausgemacht“, wir tun es auch!

Name
Melanie Schüle

Titel/ Jetziger Job
Seit 04/ 2013: Inhaberin „Mels Feine Kost“. Tagesbar. Feinkost. Patisserie.

Heimatstadt
München

Ausbildung
2008: Graphic Design, MD.H Mediadesign Hochschule München
2002: Diplom-Kauffrau, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Vorherige Jobs
2011 – 2012: Eventgastronomie, Feinkost & Catering, ess.brand
2009 – 2011: Teamlead Global Education Solutions, Siemens Healtcare
2007 – 2009: Portfolio Manager, Siemens IT Solution & Services
2002 – 2007: Product Manager, Siemens Medical Solutions

Das Mels ist ein behagliches, einladendes Ladencafé – ein Ort für frisches, leckeres Essen mit den Produkten aus dem Heimatland – von einem herzlichen Gastgeber-Team zubereitet, im heimeligen Ambiente genossen – ein Raum, der zum Verweilen, Wohlfühlen und Wiederkommen einlädt.

Unsere Formel ist: „GESUND + NACHHALTIG + BEHAGLICH = GUT“
Gut für Körper und Geist, gut für unsere Umwelt und gut für die Heimat! Damit adressiert das Mels drei zentrale Wünsche seiner Gäste:

GESUNDHEIT: heimisches Obst und Gemüse ist frisch und gesund, alle Zutaten sind „sauber“ und werden frisch und schonend verarbeitet, alle Speisen sind selbstgemacht und ohne Zusatzstoffe, die wechselnden (auch veganen und vegetarischen) Gerichte erlauben eine leichte, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung – auch für Gäste mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien.

NACHHALTIGKEIT: Die Bar steht für Herkunftsgarantie, Qualität und Authentizität ihrer Ware und ehrliche, transparente Information. Verantwortliches, ressourcen- und umweltschonendes Handeln stehen bei Einkauf und Verarbeitung im Vordergrund. Die Bar möchte für eine gesunde, ausgewogene Ernährung sensibilisieren.

BEHAGLICHKEIT: eine heimelige Atmosphäre, herzliche Gastgeberinnen, liebevoll zubereitete Gerichte, vertraute heimische Produkte – das alles unterstreicht den Wunsch nach Zugehörigkeit und schafft ein Maß an Beständigkeit in der schnelllebigen und globalisierten Großstadtwelt.

Es besteht eine große kulinarische Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Echtheit. Nach Geborgenheit, Heimeligkeit, nach ehrlichem Essen. Das versuchen wir mit dem Mels tagtäglich für unsere Gäste und für uns zu sein: ein Stück Heimat.

„Mels Feine Kost“. Tagesbar. Feinkost. Patisserie.
Oberländerstrasse 24a, 81371 München/ Sendling

Tel: 089/ 441 411 51
www.meinmels.de
www.facebook.com/melsfeinekost

MO – FR: 9:00 – 18:00 Uhr
Jeden ersten SO im Monat 10:00 – 15:00 Uhr
Extras: auch vegetarische und vegane Gerichte, sowie Angebote für Gäste mit Nahurngsmittelunverträglichkeiten und -allergien; Draussen sitzen

Veranstaltungen: Back- und Kochkurse

MVV:
U3/ U6, Haltestelle Implerstrasse

Magic Moment – Kannst Du Dich noch genau an den Moment erinnern, als Du dachtest: Ja, ich mache jetzt eine Tagesbar auf?

Ich muss dich enttäuschen, aber den einen Magic Moment gab es so nicht. Zumindest ist er im Nachhinein für mich nicht mehr präsent. Den Traum vom eigenen Café haben ja viele. Angefangen, darüber nachzudenken und auch davon zu träumen, habe ich, als ich mein Abendstudium in Grafikdesign hier in München machte und wir als erstes Projekt den Auftritt eines Bio-Fast-Food-Kette gestalten sollten (meine Kette wurde das „pastanini“).

Seitdem habe ich immer mal wieder und immer häufiger vom eigenen „pastanini“ gesprochen – und mehr und mehr festgestellt, dass ich privat viel tue, um zu backen und zu kochen und Gäste bewirten zu dürfen: Abendeinladungen, Partys, Kuchen für die Firma, Koch-/Backevents in meiner Küche, 20 Sorten Weihnachtsplätzchen mit meiner Mum und jedes Jahr wurden’s mehr etc. Und alles immer nebenbei zu meinem Vollzeitjob. Aber mit so viel Leidenschaft und Muße, dass ich – wenn ich ehrlich zu mir selbst sein wollte – diese Begabung und diesen Spaß am Backen, Kochen und Bewirten endlich zu meinem Hauptberuf machen sollte.

In 2011 hab ich dann zu Beginn des Jahres beschlossen: 2011 ist das Jahr des Neubeginns. Von diesem Entschluss an war alles nur eine Frage der Zeit. Ende des Jahres hatte ich Siemens verlassen. Und bei einem befreundeten Gastronom angefangen – mein „Lehrjahr“ für den eigenen Laden sozusagen. Im April 2013 war es dann soweit: das Mels öffnete in Sendling seine Ladentür!

Support – Wer waren die größten Unterstützer im Gründungsprozess? Und heute?

Meine Eltern, besonders meine Mum. Ohne sie wäre das Mels nicht das, was es heute ist. Sie ist die Stütze im Hintergrund – sowohl moralisch als auch physisch. Wenn Not an der „Frau“ ist, ich Personalengpässe habe etc., ist sie da. Sie ist die unglaublich fleißige Marmeladen- und Sirup-Produzentin für das Mels. Und mit meinem Paps stets auf der Suche nach Bäumen und Hecken, die ihnen reifes, aromatisches Obst schenken. In der Obstsaison pflücken meine Eltern fast täglich Früchte und auf dem Herd brodelt dauerhaft eine der guten Marmeladen, die wir im Mels zum Frühstück und zum Backen benötigen oder zum Kaufen und Verschenken anbieten.

Ansonsten die langjährigen Freundinnen aus meinen unterschiedlichen Lebensphasen – sie alle glaubten von Anfang an mich und das Mels und tun es bis heute (natürlich!). Allen voran meine liebe Freundin Toni, die so wunderbar tolerant ist, jede meiner Phasen bedingungslos mitmacht und mich so wundervoll umsorgt, wenn ich abends „körperlich geschafft“ aus dem Mels komme und keine Lust mehr habe, mich selbst zu umsorgen 😉

Turbulenzen – Was war die grösste Turbulenz im Gründungsprozess?

Da gab es gar keine so wirklich großen. Immer mal kleine – das fällt aus, das geht kaputt, hier wieder ne ungeplante Ausgabe etc. Personalengpässe sind ein Dauerthema. Konstanz in der Personalplanung ist einfach schwierig zu erreichen. Aber im Großen und Ganzen lief die Gründung des Mels ohne wirkliche Probleme.

Wobei die Phase kurz vor der Eröffnung (ich behaupte, das ist in jedem neuen Laden so) wirklich arbeitsturbulent war – man unterschätzt die Zeit, die man hat. Sie reicht nicht. Und dann irgendwie doch.

Selfie von Mel und Tina beim 1. Interview Selfie von Mel und Tina beim 1. Interview

Schwierigkeiten – Wo willst Du noch besser werden?

In den Abläufen, insbesondere in Stoßzeiten. Da werden wir besser, besonders wenn das Team eingespielter ist. Aber bei heftigem Mittagsgeschäft sowie auch bei großem Frühstücksgeschäft (z.B. am Sonntag) sind wir z.T. chaotisch und zu langsam. Aber da arbeite ich dran – gerade überlege ich, wie wir das ja immer frisch zubereitete Angebot so optimieren können, dass wir insbes. die individuellen Frühstücks-Wunschzettel schneller an den Tisch bringen können.

Treibstoff – Was motiviert Dich jeden Morgen aus dem Bett zu steigen?

Die Vorfreude auf den ersten guten Kaffee im Mels, die Vorfreude auf mein Team und unsere Gäste. Die Vorfreude auf die Arbeit als solches – sie macht einfach Spaß!

Flow – wann war Dein letzter Flow-Moment? Was war’s?

Der liegt zwei Stunden zurück. Ich saß hier mit meiner Mum am großen Holztisch und wir haben unglaubliche 500 Gläser Marmelade konfektioniert (von Himbeere, Heidelbeere, Brombeere, Johannisbeere über Sauerkirsche, Mirabelle und Pfirsich-Mango). Was für eine wunderbar meditative Arbeit – mit einem so hübschen Ergebnis. Die fertig beklebten und mit Band und Anhänger versehenen Gläschen schauen einfach so reizend aus. Und der Inhalt ist sowieso unschlagbar 😉

Stärken – Welche 3 Deiner Stärken kommen Deinem Business zu gute?

Leidenschaft für das, was ich tue
Organisationsstärke / Strukturiertheit
Fleiß

Adjektive – welche 3 Adjektive beschreiben Dich am besten?

schnell/flink/tüchtig
diszipliniert
kreativ

Zukunft: Was ist im Mels/ bei Dir anders in 12 Monaten/ 3 Jahren?

Ui, ich hoffe, nicht viel… Nein, im Ernst. Von dem, was wir machen und was wir anbieten, sind wir toll aufgestellt, wie ich finde. Sicher werden wir unser Sortiment ausbauen, immer wieder kreativ sein (unbedingt!), Neues probieren und – wenn für gut befunden – ins Angebot integrieren.

Ich will das Mels als feste Größe für ehrliches, kreatives, gutes und nachhaltiges Essen in Sendling bzw. der Stadtszene München zu etablieren.

Unsere Stammkundschaft sowie einen festen Mitarbeiterstamm zu halten und auszubauen. Im Prinzip das, was wir schon begonnen haben, gut und konstant fortführen – das Mels soll eine kleine Familie sein, ein Zuhause für unser Team und unsere Gäste.
Sobald unser Team und die Abläufe fest eingespielt sind, werden wir das Mels in Richtung „Events“ weiter ausbauen:

    • Gastro-Events in der Tagesbar sowie mittelfristig auch beim Kunden vor Ort: saisonale Themenevents, Koch- und Backkurse rund ums heimische, saisonale Obst und Gemüse, Adventsbacken, Singleabende, Kitchenparties, kleine Feiern im Mels (Brunch, kleine Geburtstags-/Hochzeits-/Firmenfeiern)
    • Event-Catering bei kleinen bis mittelgroßen Anlässen: privaten Gartenparties, Hochzeiten, Geschäftsessen, Firmenveranstaltungen …

 

Selfie von Mel und Tina beim 1. Interview Mittlerweile ist schon einige Zeit seit unserem Interview vergangen. Immer wieder bin ich im „Mels“. Mal um an einem der offenen Sonntage köstlichen Kuchen zu holen, wochentags für eine kleine Auszeit bei Croissant und Kaffee oder zur Teilnahme bei einem der tollen Back- und Kochkurse.
Immer mit im Gepäck: Wunderbare kulinarische Geschenke für meine Lieben. Mein momentaner Favourit ist die „Apfel-Vanille-Marmelade“. Oder die „Cake Pops“, oder der „Holunder-Sirup“…

Ihr habt Lust auf einen Koch- und/ oder Backkurs im „Mels“?

Los geht’s immer mit einem leckeren Aperitif und kleiner Stärkung. Dann kocht Ihr gemeinsam ein saisonales 3-Gänge-Menü, backt ein Brot und vieles mehr. Die nächsten Kurse sind:
Frühlingsküche: Mittwoch, 22. April, 19 Uhr
Sonntagsfrühstück an Muttertag: Mittwoch, 06. Mai, 19 Uhr
Quiches + Tartes im Frühjahr: Dienstag, 19. Mai, 19 Uhr

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4 Kommentare

  • Geraldine 28. Juli 2015 - 8:15 Auf diesen Kommentar antworten

    Wow! Das klingt so schön… So etwas wünscht sich doch jeder um seine Ecke!

    Danke, dass Du uns mit solchen Leckereien versorgst, liebe Bettina.

    Liebe Grüße,
    Geraldine

    • Bettina Sturm 28. Juli 2015 - 8:39 Auf diesen Kommentar antworten

      Liebe Geraldine,
      ja, ob Essen, leckerer Kaffee, schöne Atmosphäre oder tolle EssGeschenke – im Mels bei Mel ist es wunderbar.
      Und Mel wird für mich und den #SPECHT immer besonders sein: Es war mein 1. Interview. Ich war so aufgeregt, als ich Mel fragte, ob sie dabei sein würde. Jetzt bin ich immer wieder bei ihren Back- und Kochkursen am Start – immer mit Andrea im Doppelpack :-) Andrea hat mir damals beim Lunch vor meiner Interviewanfrage Mut gemacht.
      Sonnengrüsse von Bettina

  • Doreen 22. Oktober 2015 - 22:05 Auf diesen Kommentar antworten

    Liebe Bettina,
    so jetzt angefixt von eurer Küchenparty im Mels musste ich doch hier mal stöbern, wer und was sich dahinter verbirgt. Das sieht nach einem schnuckligen Café mit einer besonders lieben Besitzerin aus. Bestell Mel bei deinem nächsten Besuch doch unbekannter Weise schöne Grüße und ich finde ihr und auch dein Herzensprojekt klasse.
    Liebe Grüße
    Doreen

    • Bettina Sturm 23. Oktober 2015 - 9:32 Auf diesen Kommentar antworten

      Liebe Doreen,
      schön, dass Du mal hinter die Kulissen geschaut hast. Jaja, ich liebe Mel und das Mels. Für mich wird es immer besonders sein, weil ich hier mein #Herzensprojekt gestartet habe. Mit solchem Herzklopfen: Mag sie meine Idee? Oder findet sie das Konzept doof?
      Mel ist mit so viel Herzblut in ihrem Café unterwegs, die vielen Kuchen, das Brot, Marmelade, Sirup und mehr mit viel Liebe gemacht. Ich freu‘ mich jedes Mal, wenn ich dort bin. Leider viel zu selten, weil das Mel locker 10 km entfernt von meiner Homebase und 5 km von meinem Office ist.
      Bald gehen Mel und ich gemeinsam essen und dann richte ich Deine Grüsse aus.
      Geniessergrüsse von Bettina

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