EIN EIGENES CAFÈ ERÖFFNEN – Gefühlt will jede zweite Frau in ihrem Leben irgendwann ein Café aufmachen. Nach Angaben von statista haben sich 2015 insgesamt 11.298 Personen diesen Traum tatsächlich verwirklicht. Doch schon viele Cafés werden in den ersten sechs Monaten wieder geschlossen. Die Gründe dafür sind vielfältig: fehlende fachliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Behördendschungel missachtet, das Café schmeisst nicht schnell genug ausreichend Gewinn ab und vieles mehr.

In den letzten Monaten habe ich viele Interviews mit Cafégründern geführt. Ich habe hinter die Kulissen geschaut, die Ängste und Sorgen, aber auch unbändige Freude miterlebt, wenn sie von ihrem verwirklichten Herzenstraum sprechen. In unseren Gesprächen haben die Cafégründer mir jede Menge Tipps zum Thema „Café eröffnen“ gegeben. Sechs beste Tipps habe ich heute für dich zusammengestellt.

1. Tipp: Habe Unterstützung durch Familie und Lebenspartner

Ohne Familie und Freunde ist eine erfolgreiche Gründung nicht möglich. Das bedeutet nicht, dass alle mit im Laden stehen oder sonntags Kuchen backen müssen. Aber moralische Unterstützung und Rückendeckung sind sehr wichtig.

  • Was sagt dein Partner? Steht er hinter deinem Vorhaben oder ist er ein Bedenkenträger?
  • Hat die Familie Verständnis, wenn du erst mal weniger Zeit für sie hast?
  • Können deine Freunde sich auch für deine Idee begeistern?

 

Es ist wichtig, dass dein direktes Umfeld deine Entscheidung mitträgt. Denn in den ersten drei Jahren wirst du wenig Zeit haben für deine Liebsten. Die müssen ganz schön was aushalten!

„Unterstützt dich dein Partner? Hält er das alles auch aus, was du aushältst? Möchte er das oder wird er vielleicht eifersüchtig auf dein Geschäft? Wie finden deine Freunde deine Idee? Tragen sie sie mit?“

Daniela Kositza vom Café kosy*s

2. Tipp: Bekomme den Behördendschungel in den Griff

Eine Besonderheit im Foodbereich ist die Sorgfalt, mit der man – bei aller Leidenschaft – unbedingt vorgehen muss. Es gibt sehr viele Auflagen, Genehmigungen, Vorschriften, die du einhalten musst. Dabei ist der Zeitaufwand für alle diese Voraussetzungen nicht zu unterschätzen.

Ein Beispiel: Du willst selbst hergestellten Kuchen und Gebäck ausser Haus verkaufen?
Dann brauchst du eine Konditorenprüfung: Isabella Hener vom Foodtruck „Die intolerante Isi“, Katharina Mayer und Katrin Blaschke von kuchentratsch und auch Martina Leyh vom BlueBerries sahen sich zum Gründungsstart mit dieser Auflage konfrontiert. Normal dauert diese Ausbildung drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich sie zu verkürzen. Glücklicherweise wurden alle für die verkürzte Ausbildung zugelassen. Jedoch war es mit hohem Zeit- und Geldeinsatz verbunden, der bei der Gründung nicht eingeplant war.

Mehr zum Behördendschungel und Konditorenprüfung gibt’s bald hier im Blog. Wenn du das nicht verpassen willst, dann melde dich hier für den Newsletter an.

„Keine Angst vor dem Gesundheits- oder Ordnungsamt. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man auf sie zugeht i.S. von: „Toll, dass ihr da seid – ich brauche eure Hilfe!“, helfen sie gerne. Die sind nicht gemein! Die werden erst „gemein“, wenn sie ausgespart werden.“

Viktoria Ljubek vom Café blackline

3. Tipp: Beginne rechtzeitig mit Recherche und Planung

Erstelle einen Zeitstrahl – Was sind die ersten Schritte? Wer macht was mit wem? Ein Café oder Restaurant zu eröffnen ist komplex – ein richtiges Monsterprojekt. Es gibt viel zu beachten, vor allem, wenn Du später nicht alleine im Laden stehst. Also strukturiere frühzeitig deine Gedanken mit dem Zeitstrahl. Der Zeitraum umfasst die vier bis sechs Monate vor Eröffnung, den Eröffnungstag und je nach Konzept mehrere Monate nach Eröffnung.

Vorgehensweise: So erstellst du einen Zeitstrahl

  • Countdown runterschreiben: Was wird wann wichtig?
  • Planen ist gut. Überprüfung ist besser. Jetzt gilt es den Plan mit der Wirklichkeit abzugleichen um Fehler zu minimieren.
  • Best Practices: Sprich mit 3-5 Gastronomen, die bereits ein Opening hinter sich haben. Hier bekommst Du jede Menge wertvolle Tipps zur Verbesserung.

„Du arbeitetest immer auf den Tag x hin, wo Du endlich in deine Location reinkannst um Umbau und Renovierung zu starten. Aber davor liegt eine lange Recherche- und Planungsphase. Mache diese mit sehr viel Akribie und Du wirst mit einem funktionierenden Zeitplan belohnt.

Sonja Theile-Ochel vom Südtiroler Restaurant „rhein+wiese“

4. Tipp: Erstelle ein tragfähiges Konzept mit einem Businessplan

Der Businessplan bildet in Zahlen dein Konzept ab. Um zu deinem Konzept und Zahlen zu kommen kannst du „Best Practices“ erfragen bei Gründern mit ähnlichem Gastro-Konzept.

Das kannst du z.B. fragen:

  • Was war bei dir der entscheidende Faktor für deinen Erfolg?
  • Wenn du heute nochmals gründen würdest, was würdest du heute anders machen?
  • Was sind deine drei Tipps für Gründer in diesem Bereich?
  • Und dann baust du deine Learnings in dein Business ein.

„Ist das, was du machen willst tatsächlich tragfähig? Kannst du damit Geld verdienen? Davon leben?
Mein Tipp: „Best Practices“ erfragen bei Menschen, die bereits ähnliche Konzepte erfolgreich eingeführt haben.“

Peter Schlögl, Kaffeerösterei „Mahlefitz“

5. Tipp: Sei mutig, selbstbewusst und bleib dran

Habe eine grosse Portion und Mut!  Glaube an dich und deine Idee, denn das brauchst du. Es werden viele ungefragt sagen: Das Konzept geht eh nicht auf, deine Idee ist nicht tragfähig, dass es das Gleiche schon gibt und und und… Ja, als Existenzgründer bist du manchmal sehr allein.

Hier ein paar MutmacherTipps:

  • Suche dir in deinem privaten Umfeld Unterstützer, die dich und deine Idee klasse finden. Sie tragen dich auch durch schwierige Zeiten.
  • Verinnerliche deine Geschäftsidee. So strahlst du und entzündest deine Leidenschaft auch bei anderen
  • Finde einen Mentor
  • Dranbleiben Baby, dranbleiben!

„Dranbleiben und sich trauen, es durchzuziehen, anstatt zu viel auf die ganzen Leute zu hören, die alles immer besser wissen und sagen: Das funktioniert nicht, das geht nicht. Das kann man so nicht machen.“

Joachim Klein vom Café Loco

6. Tipp: Habe genügend Cash, wenn du startest

Deine Finanzierung steht. Du bestellst deine Kaffeemaschine und die Küchenausstattung. Die Elektriker kommen. Und dann ist dein Konto leer. Der von der Bank zugesagte Kredit ist noch nicht ausgezahlt. Wenn du jetzt nicht noch Eigenkapital als Cash hast kommst du in Bedrängnis, kannst den Zeitplan nicht einhalten etc. Das wird richtig teuer.

Wenn die endgültige Finanzierung bereits sichergestellt ist, kann eine kurzfristige Zwischenfinanzierung die Lösung sein. Das können die folgenden Möglichkeiten sein:

„Leider mahlen die Mühlen bei den Banken sehr langsam. Mietverträge und Umbau können so lange oft nicht warten, daher ist ein vorhandenes Startkapital in der Regel unumgänglich.“

Katrin Grosse und Dr. Tatjana Reichart vom Café „Kitchen2soul“

Ein eigenes Café eröffnen: Was brauche ich?

Ich will eintauchen in die Caféwelt, schauen und verstehen, was Cafégründer wirklich auf dem Herzen haben. Darum ist das Thema „Café eröffnen“ derzeit mein Schwerpunktthema. In meinem Blog findest du jede Menge Tipps, Interviews und Videos von Cafégründern und Experten. Jetzt starte ich mit Angeboten und zeige dir, wie du als Quereinsteiger dein Café eröffnest.

Ich will, dass noch mehr leidenschaftliche Quereinsteiger unsere GastroWelt leckerer, besser und bunter machen!

Du willst ein Café gründen?
Hast du Gastronomieerfahrung? Hast du schon mal gegründet? Hast du einen „roten Faden“ für deine Caféeröffnung? Hast du eine Gruppe Gleichgesinnter um dich? Hast du einen Mutmacher, aber auch Augenöffner aus der Caféwelt in deinem Kreis?

Wenn 5x JA, dann BINGO!

Wenn NEIN, dann ist mein Online-Kurs #AUFGEBRÜHT das Richtige für dich!
In meinem Onlinekurs bekommst du den „roten Faden“ an die Hand, wie du dein Café eröffnest. Der Kurs richtet sich in erster Linie an Quereinsteiger, ohne Gastro-Ausbildung. Ich zeige dir, was man alles braucht um ein Café zu eröffnen. Und wie du davon auch leben kannst.

>>>> Trage dich ein auf die Warteliste und du bleibst immer auf dem Laufenden über Inhalt und Kursstart! Ich freue mich auf dich!